Biotech digital: Zwischen Industriespionage und DSGVO

Von Brigitte Ehret am 16. Mai 2018

Mann mit Schutzbrille

Die Digitalisierung ist in der Biotech-Branche schon weit fortgeschritten. Sie betrifft neben der computergestützten Verarbeitung und Interpretation von Messdaten und Versuchsergebnissen vor allem die alltäglichen Geschäftsprozesse. Der Austausch von Informationen erfolgt inzwischen fast ausschließlich digital – auch bei hochsensiblen Daten wie etwa aus klinischen Studien. Besonders relevant ist das vor allem in den Bereichen internationale Kooperation mit Entwicklungs- und Kommerzialisierungspartnern, Auslizenzierung, Due Diligence oder Finanzierung. Diese Prozesse werden durch den digitalen Austausch extrem beschleunigt und vereinfacht – vorausgesetzt die Daten sind dabei zuverlässig nach DSGVO-Standard geschützt.

Zehn Prozent mehr Datenschutzverletzungen

Das Cyberattacken auch vor dem Health Care und Life Science Sektor nicht Halt machen, zeigt die Studie von KPMG. In den letzten Jahren ist die Zahl der (versuchten) Datendiebstähle in diesem Bereich stark angestiegen. Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hatte mit Cyberangriffen oder anderen Fällen von Datenschutzverletzungen gemäß HIPAA (Health Insurance Portability and Accountability Act) zu kämpfen. Das ist ein Anstieg von zehn Prozent verglichen mit der KPMG-Umfrage von 2015.

Eine der größten Schwachstellen ist laut Meinung der Befragten der Datenaustausch mit Dritten. Fast zwei Drittel (63 Prozent) gab an, dass digitale Prozesse in diesem Bereich nicht vollständig von der IT kontrolliert werden und es an Ressourcen mangelt. 

Der digitale Tresor für Datengold

Ein sicherer Datenraum schafft hier Abhilfe. Er ermöglicht die unkomplizierte Bereitstellung von Informationen für potentielle Investoren und Partner und bietet gleichzeitig Schutz vor unberechtigtem Zugriff durch Dritte. Die vier wichtigsten Vorteile für Biotech-Unternehmen sind IT-Sicherheit, die Möglichkeit, individuelle Berechtigungen zu vergeben, Reporting-Funktionen und Benutzerfreundlichkeit des Cloud-Dienstes.

IT-Sicherheit: Da die eigenen Forschungsergebnisse das Gold der Unternehmen sind, sollten sie auch online in einem Tresor liegen. Der digitale Datenraum wird von Spezialisten für IT-Sicherheit immer auf dem neuesten Stand gehalten und besitzt alle wichtigen Zertifizierungen. Weder der Administrator noch die Cloud-Provider können die Inhalte sehen oder auf diese zugreifen. Zudem sorgt die Zweifaktor-Authentifizierung dafür, dass wirklich nur eingeladene Personen Zutritt zum Tresorraum haben.

Individuelle Berechtigungen: Über das integrierte Information Rights Management lassen sich die Zugriffsrechte ganz individuell auf Dokumentenebene vergeben. Wenn beispielsweise ein Ordner Daten für den Due-Diligence-Prozess und zusätzlich Dokumente mit chemischen Forschungsergebnissen enthält, können diese manchen Nutzern auch erst später freigeschaltet werden. Oder vertrauliche Daten können nur gelesen, aber nicht lokal gespeichert oder ausgedruckt werden.

Reporting: Der Audit-Trail ermöglicht die vollständige Nachvollziehbarkeit aller Aktionen. So ist für den Administrator im Unternehmen ganz klar ersichtlich, welche Person ein Dokument im Datenraum wann gelesen oder bearbeitet hat. Das ist nicht nur aufgrund der DSGVO wichtig, sondern bietet auch Vorteile während der Due Diligence. Es lässt sich nämlich dadurch genau erkennen, wie stark das Interesse möglicher Partner tatsächlich ist. Ein klarer Verhandlungsvorteil.

Einfache Bedienbarkeit: Die Intuitive Bedienbarkeit ist sehr wichtig, da Nutzer im Unternehmen die Lösung sonst eventuell umgehen und auf den unverschlüsselten Austausch via E-Mail oder File-Sharing zurückgreifen. Für die Verwendung des digitalen Datenraums sind keine EDV-Kenntnisse nötig – nach kurzer Einführung kann jeder Mitarbeiter damit arbeiten. Bei Bedarf steht der Cloud-Dienst schon innerhalb eines Arbeitstages bereit.

Digitale Datenräume vereinfachen und beschleunigen den Datenaustausch und die Zusammenarbeit – ohne, dass die Sicherheit auf der Strecke bleibt. Gerade bei den hochsensiblen Informationen im Biotech-Umfeld und den steigenden Cyberangriffen ist es wichtig, dass Unternehmen auf zuverlässige Kommunikationslösungen setzen.

Und wie sieht das in der Praxis konkret aus?

Lesen Sie im Interview, das in transkript erschienen ist, wie die Biotech-Unternehmen Eternygen,  Glycotope und PAION sichere Datenräume in ihrem Geschäftsalltag einsetzen.

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